CDU Pr. Oldendorf

Oliver Vogt wird CDU-Bundestagskandidat

Es war ein deutlicher Sieg gegenüber dem Mitbewerber. Nur 60 Teilnehmer waren bei der Aufstellungsversammlung der CDU Minden-Lübbecke zugelassen.
Die CDU Minden-Lübbecke wird erneut mit Oliver Vogt in das Rennen um ein Bundestags-Mandat gehen. „Ich werde für euch kämpfen", sagte Vogt, nachdem er bei der Aufstellungsversammlung in der Stadthalle einen deutlichen Sieg errungen hatte.

Der Kampf Jung gegen Jünger ist entschieden. Oliver Vogt wird die CDU Minden-Lübbecke in den Bundestagswahlkampf führen, es ist, nach 2017, der zweite Anlauf für den 43-Jährigen. Sein Mitbewerber um die Kandidatur im Wahlkreis 134, Bent-Maria Grote, unterlag dem „Platzhirschen" mit einem klaren Votum (9 zu 42 Stimmen). Natürlich sei er enttäuscht, gab der Lübbecker im Gespräch nach der Veranstaltung zu. „Mir war aber klar, dass ich als Underdog in das Rennen gehen würde." Letztlich sei es vor allem wichtig gewesen, dass es zwei Bewerber für den Einzug in den Bundestag gegeben habe. „Das hat der Partei gut getan und für einen starkes Mandat von Oliver Vogt gesorgt." Er schätze den in Espelkamp verwurzelten Vogt sehr und werde ihn im kommenden Wahlkampf nach allen Kräften unterstützen.
 

"Ich werde für euch kämpfen"

Vogt selbst war sichtlich zufrieden mit dem für ihn überzeugenden Wahlausgang. „Ich werde für euch kämpfen", versprach er seinen Parteifreunden, machte aber auch klar, dass die Reihen geschlossen werden müssen, „der Gegner steht auf der anderen Seite." In einem Gespräch mit dieser Zeitung ließ Vogt wissen, dass er sich für die Bundestagswahl gute Chancen ausrechnet. „Als ich damals die Nachfolge von Steffen Kampeter angetreten habe, wusste ich, dass ich in große Fußstapfen trete und die Nachfolge nicht einfach werden würde." Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass die Bewerbung eher einem „Langstreckenlauf" gleichen würde. Dass ihm trotz des „guten Standings" von Achim Post im Mühlenkreis nur 1,9 Prozent gefehlt hätte, habe ihm Mut gemacht, es vier Jahre später noch einmal zu versuchen.

In ihren Bewerbungsreden präsentierten sich beide Kandidaten ganz unterschiedlich. Vogt zeigte sich fast staatsmännisch, während Bent-Maria Grote zum Angriff überging und die Bundestagswahlergebnisse von Vogt mit den von Steffen Kampeter (2013: 46,3 Prozent/2017: 35,5) verglich. Seine Behauptung: viele Bürger, die 2013 noch CDU gewählt hätten, das 2017 nicht mehr getan: „Ich sage das so deutlich, weil es ja oft heisst, dass es beim letzten Mal knapp war. Wir haben aber nicht nur gegen Achim Post verloren, sondern auch das Vertrauen vieler Menschen im Mühlenkreis." Die Menschen seien mit „unserem Angebot" nicht zufrieden gewesen, auch weil sie mehr Mut erwarten würden: „Sie wollen eine Alternative und nicht nur das gleiche Produkt mit einem anderen Etikett", rief Grote den Delegierten zu.

Bekenntnis zu Landwirten und Landwirtinnen

Ganz anders Vogt, der in seiner Rede an den Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD erinnerte. Der Kreisvorsitzende monierte, dass er keine CDU-Handschrift, „keinen Aufbruch" habe feststellen können, er wolle dazu beitragen, dass die CDU sichtbarer und klarer werde. Vogt streifte eine Velzahl von Themen, sprach von einer „starken Wirtschaft", einem „innovativen Mittelstand" und bekannte sich zur sozialen Marktwirtschaft und zur Landwirtschaft. „Wenn Landwirte immer weniger im Portemonnaie haben, es aber immer mehr Auflagen gibt, dann läuft etwas falsch", kritisierte der Kreisvorsitzende. Hier könne der Bund vom Land lernen die Landwirte mitzunehmen (Stichwort: Düngeverordnung). Außerdem unterstützt Vogt die Einrichtung eines „Digitalisierungsministeriums" auf Bundesebene und weniger Kleinstaaterei in der Bildungspolitik.

Einig waren sich die Kontrahenten in ihrer Kritik am politischen Gegner. Die AfD seien „Loser und Fälle für den Verfassungsschutz", machte Grote in seiner Rede deutlich. Sie müssten mit allen vom Rechtsstaat erlaubten Mitteln bekämpft werden. Zudem warnte Grote davor, die Grünen schon als „Partner auszurufen". „Sie sind unsere Gegner, eine Partei die Linksextreme hofiert, mit Verboten regiert und Einfamilienhäuser verbietet". „Das ist nicht unsere Vorstellung von Politik und einem freien selbstbestimmten Leben", rief Grote den Delegierten zu. In Sachen „Schutzmaskenaffäre" verurteilten sowohl Vogt, als auch Grote die Abgeordneten, die sich durch Beratungstätigkeiten bereichert haben. Grote sprach von „Habgier" und „schäbigem Verhalten", Vogt von einem „Zerrbild", das auf diese Weise entstanden sei: „So sind wir einfach nicht". Diese Abgeordneten hätten der Partei und ihren Mitgliedern sehr geschadet.

Lob für beide Kandidaten

In ersten Stellungnahmen nach der Wahl gab es viel Lob für beide Kandidaten. Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann sagte, dass sie zwei „starke Kandidaten" gesehen habe, „Bents Weg beginnt erst, jetzt gehen wir erst einmal gemeinsam auf Olivers Weg". Sie sei mit dem Ergebnis zufrieden, Vogt sei in Berlin sehr gut vernetzt „und ohne ein Netzwerk geht es nicht". Detlef Beckschewe (CDU Espelkamp) hob hervor, dass die beiden Bewerbungen gut für die Demokratie der Partei gewesen sei und er gute Reden gehört habe. Ohne Vogt schätze er, dass er verlässlich sei und er, obwohl jung, schon viel politische Erfahrung habe. In einem Schlusswort rief Vogt die Teilnehmer dazu auf gemeinsam voranzuschreiten und sich aktiv in den Wahlkampf einzubringen. Es gelte ein klares Signal für den Aufbruch zu setzen, „damit wir am Ende als Erste über die Ziellinie gehen".